Am nächsten Morgen fahren wir immer noch an der Küste Zyperns entlang. Ein kurzer Blick auf Andys GPS 680 km bis Port Said, aktuelle Geschwindigkeit 15 km/h.
Hmm, das mit den 20 Std. wird wohl nix. Eher doppelt so lange; aber was soll‘s, wir können‘s eh nicht ändern. Denn unser Nachbarschiff ist noch altersschwächer als das unsrige und kann einfach nicht schneller.
So verbringen wir 2 ruhige Tage auf der Fähre mit Ziel Port Said. Jeder auf seine Weise. Nach anfänglicher Partystimmung wird es nun ruhiger.
Man sitzt zusammen, spielt Karten, wenn man denn welche dabei hat, liegt in der Sonne, oder schläft und döst einfach vor sich hin. Ein paar haben es nicht ganz so einfach, sie liegen seekrank unter Deck.
Wenn man den Blick so übers Schiff schweifen lässt, hat das fast ein wenig etwas von „Flüchtlingsschiff“
1. Hiopsbotschaft: Im Laufe des 2. Tages sind die Frischwassertanks leer. Die Tanks der Toiletten können recht bald wieder mit Seewasser gefüllt werden, doch die Waschbecken bleiben trocken. Duschen gab es übrigens von Anfang an keine
doch wer will schon duschen
2. Hiopsbotschaft: 20 Meilen vor Ägypten werden wir langsamer und drehen bei und das Schiff geht in eine Art Warteschleife. Die Auflösung kommt prompt. „uns wurde die Einfahrgenehmigung wieder entzogen“.
Wirklich verhandelt werden kann vom Schiff aus nicht, da wir ja kein Handyempfang hatten, unser Satellitentelefon nicht so richtig funktionieren wollte und per Funk nur die Rederei instruiert werden konnte.
Dann die Entscheidung: Keine Chance! Wir dürfen nicht reinfahren! Wir fahren wieder zurück!
Moment, 20 Std. waren angekündigt und geplant, jetzt sind es 45 gewesen. Und jetzt alles wieder zurück. Na Mahlzeit – ach da fällt mir ein, zu essen haben wir ja alle fast nichts mehr und Trinken ist auch alle.
Da ertönt abermals die Stimme Wilfrieds „Es gibt genug Wasser für alle und die Crew teilt ihre Vorräte mit uns und kocht auch noch“.
Manch Seekrankem wurde nun richtig schlecht, andere kamen an ihre Grenzen und machten ihrem Ärger Luft, wieder andere ergaben sich ihrem Schicksal und legten sich einfach wieder Schlafen, denn es gab ja eh nichts zu tun. Einfach nur die Menschen zu beobachten wie sie mit der Situation um gingen, konnte auch zu einer tagesfüllenden Beschäftigung werden.
Nach der 4. Nacht auf See, ungewaschen und immer noch in denselben Klamotten wie zum Antritt unserer Kreuzfahrt, erblickten wir den Türkischen Hafen wieder. Nun wieder das bekannte Spiel Autos ausladen und wieder anstehen und viele Stempel holen
Und so war die Rallye dann irgendwie einfach vorbei. Keine Wüste, kein Jordanien, kein Wadi Rum – Schade!
Na ja, eine kleine Anekdote gibt es dann doch noch.
Wir mussten die Autos noch 500 km nach Antalya überführen, da sie dort zur weiteren Verwertung gesammelt wurden.
Auf den schönen kurvigen, bergigen Küstenstraßen Richtung Antalya hatte uns dann das gewohnte Wetter wieder eingeholt – Regen!
Türkische Straßen sind bei Regen so rutschig als würde man auf Schnee fahren. Tja und nachdem ich schon in ein paar Kurven quer stand, wurde uns dann eine Kurve zum Verhängnis. Ins Rutschen gekommen, Felswand geküsst und schwub da lag der W124 auch schon auf dem Dach.
Es verlief glücklicherweise alles sehr glimpflich und nach 2 Stunden hatten wir das Auto dem Abschlepper geschenkt, der sein Glück kaum glauben konnte, einen beeindruckenden Polizisten getroffen und unseren Retter, ein Berliner Restaurantbesitzer, der übersetzte, kennengelernt, und waren dann schon wieder auf unserem Weg nach Antalya. Nur noch in 2 Autos ![]()
Und so endet die Rallyegeschichte am nächsten Tag mit der Abgabe der Autos und dem Flug zurück nach Deutschland.
Die Tage auf dem Wasser (oder ein Kreuzfahrt, die ist lustig, ….)
Tag 10:
Nach vielen Tagen Regen und Kälte werden wir, am Morgen bei der Einfahrt in den zypriotischen Hafen von einem strahlend blauen Himmel und einem Meer in gleicher Farbe begrüßt und es ist warm. Zypern empfängt uns mit einem kleinen Frühstückspaket, läd zu einem folkloristischen Tanz und Politiker reden in den Yachthafen und danach zu eine tollen Inselrundfahrt.
Bevor wir am Abend wieder zurück zum Hafen müssen, finden wir am Strand ein nettes Restaurant, neben dem wir alle nochmals ins Meer springen können. Wie duschen nur besser ![]()
20 Stunden Fahrt bis Ägypten liegen vor uns, also noch ein kurzer Abstecher in den Supermarkt um Überfahrtsproviant einzukaufen.
Vor der Hafeneinfahrt müssen wir uns leider von Bruno verabschieden, denn er muss zurück nach Deutschland.
Im Hafen verläuft die Einschiffung diesmal rasend schnell, naja es dauert einige Zeit bis wir die Autos endlich verladen haben und schaffen es auch dummerweise nicht, sie auf der Fähre zu parken auf der wir nachher auch fahren werden. Jetzt gilt es noch auf der Fähre einigermaßen gute Plätze zu sichern auf denen es sich auch ein wenig Schlafen lässt.
Die Fähre ist voll. Überall sitzen und liegen Menschen, quer über die Sitze, unter den Sitzen, in den Gängen, auf den Bänken auf Deck, in den Rettungsbooten, unter den Rettungsbooten (kann ich empfehlen) oder sogar auf dem Dach. Die Stimmung ist prächtig – die Partystimmung vom Vortag hat auch auf dem Schiff Einzug genommen und alles Freut sich auf die Wüste!
„Wir fahren erst los, wenn wir die Einfahrgenehmigung der Ägypter habe“, hat der Wilfried gesagt. So stehen wir bis morgens um 3 im Hafen bevor die Schiffen endlich ablegen.
Tag 9/2:
Tja, Port Said ist immer noch das Ziel. Nach kurzer Fahrt nach Tasuco machen wir uns auf die Suche nach dem richtigen Hafen. Gar nicht so einfach. Der Kollege auf dem Moped macht den Anschein uns ne Fährfahrt verkaufen zu wollen; „sein Hafen!“. Ne is klar!
Wir treffen dann doch am verabredeten Hafentor ein. Doch außer uns ist noch keiner da. Wir sind zu früh. Das ist uns bislang auch noch nicht passiert ![]()
Also wieder zurück in die Stadt und erst mal was lecker Essen.
Später an der Hafeneinfahrt treffen wir dann auch auf die schon vermissten Rallyeteilnehmer und da noch unglaublich lange Zeit ist, bis es dann endlich auf das Schiff geht, wird einfach eine Spontanparty gestartet.
Und wen treffen wir denn da wieder?! Auf der anderen Seite des Hafentors steht der Kollege mit dem Moped, jetzt nur in Zolluniform. Er freut sich riesig uns wieder zu sehen und läd und gleich mal zum Chai trinken ins Zollhäuschen ein. Kiki darf auch gleich noch eine Runde mit ihm auf seinem Moped drehen.
Irgendwann geht’s dann auch in Richtung Einschiffung und einer Stempel Odyssee. Bis wir wirklich alles haben und auf die Schiffe dürfen vergehen Stunden. Und dann wird auch noch der Andy auf die eine Fähre geschickt, Kiki und ich mit unseren Autos auf eine andere und Uli, Bruno und Christine sind schon in Richtung Passagierfähre unterwegs. Irgendwann legen die Fähren dann auch in Richtung Zypern ab.
Tag 9
Wieder News!
Treffpunkt Tasuco steht noch, doch das Ziel ist nicht mehr Haifa. Wahrscheinlich lassen die Israelis nicht durchfahren.
Neues Ziel Port Said. Nähere Infos am Hafen. Na da sind wir ja mal gespannt.
Gefühlt ist alles noch offen und verschiebt sich. Wir werden es erfahren
Tag 8
Ein Tag auf die Fähre gewartet. Strand, Essen, Schlafen.
Aufbruch zur Fähre Richtung Haifa 1 Tag später. Geplante Abfahrt 23 Uhr. Um ein wenig Puffer zu haben fahren wir schon ein wenig früher los. In Mersin ist die Hölle los. Irgendwas müssen die wohl im Fußball gewonnen haben. Autokorsos machen die Fahrt zum Hafen ziemlich zäh.
Am Hafen angekommen, reicht uns einer einen Zettel ins Auto:
„keine Fähre von Mersin heute. Fähre geht erst morgen dann aber von Tasuco!“
Aha, super! Na dann auf Richtung Tasuco. Auf halber Strecke übernachten wir in Erdemli.










